Erweckung

Friday, September 03rd, 2010 | Author: Christian

Morgens um sieben in Deutschland.
Vorschriftsmäßig in deutlichem Abstand vor der zu befahrenen Einfahrt blinken. Entsprechend Gas wegnehmen. Vor der Einfahrt stärker bremsen. Im Rückspiegel ein zunächst ungebremst heranschießendes Auto, dessen Fahrer offenbar gepennt hat, sehen. Bremsen quietschen hören. Adrenalinpegel steigt. Angehupt werden. Blutdruck steigt.

Ach… ;(

(Man kommt sich vor, als sei man grad von Feldwebel Meyer bei der Nicht-Ausübung der niedrigsten Gangart überrascht und brutal zusammengebrüllt worden.)

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rabiat

Wednesday, August 18th, 2010 | Author: Christian

Gibt es Untersuchungen darüber, inwiefern das Auftreten von Menschen in gekennzeichneten Firmenwagen im Straßenverkehr Auswirkungen auf ihre potentiellen Kunden hat?
Die handelsübliche Knalltüte auf der Autobahn sehe ich in der Regel nie wieder. Wer drängelt, schneidet, schleicht oder sonstwie Unmut erregt, ist irgendwann hinter der nächsten Kurve oder im Rückspiegel verschwunden. Die Uniformität der heutigen Fahrzeuglandschaft (Es gibt durchaus andere Farben als schwarz und silber/grau, liebe Leute. Aber das ist ein anderes Thema.) lässt da auch keine große Wiedererkennung zu. Und wer merkt sich da schon Nummernschilder. Bei der Anzahl der Anlässe kommt man schnell an seine Grenzen.
Anders verhält es sich mit Markierungen, die Fahrzeuge und ihre geistesgestörten (man bekommt diesen Eindruck…) Fahrer eindeutig Firmen/Institutionen zuordnen.
Generell fällt hier auch die absolute Sorglosigkeit im Umgang mit der Motorleistung der Fahrzeuge auf. Na klar – die Fahrer müssen den Sprit ja nicht selber bezahlen.
Wenn nun der Transporter von Heizungsbau A mit brüllendem Motor auf der Autobahn vorbeizieht, unmittelbar vor mir einschert und mich abrupt ausbremst weil er die Ausfahrt erwischen will…also wenn ich dann mal eine Heizung brauche – wer steht dann wohl nicht ganz oben auf der Liste?
Auch sehr rabiat sind oft die Fahrer von Kurier- und Paketdiensten unterwegs. Keine Zeit, immer in Eile. Wenn ich zweihundert Meter vor’m Ortseingangsschild von so einem Paketmann mit hundertvierzig überholt werde, der dann unmittelbar vor mir rapide verzögert weil er in eine Straße die hinter dem Schild abzweigt, einbiegen will…und dann lese ich in metergroßen Lettern für wen Pakete transportiert werden…wenn meins da mal drin liegt, klebt der vielleicht am nächsten Baum. Da verschicke ich lieber mit einem anderen Anbieter…

Nicht auszunehmen sind hier natürlich auch viele Anzugträger in dunklen Mittel- und Oberklasselimousinen mit viel Hubraum. Die (Autos) haben oft an den gleichen Stellen mehr oder weniger kleine Aufkleber die ihren Besitzer (oder Leasingnehmer) identifizieren.

Angehörige von großen ehemaligen Staatskonzernen erkennt man (in ansonsten nicht gekennzeichneten Fahrzeugen) neben den charakteristischen Buchstaben auf dem Nummernschild auch an der kleinen Zeile auf der unteren Kante des Nummernschildrahmens. Dort steht dann der leicht auf den Konzern zurückzuführende Name des unternehmenseigenen Fuhrparkmanagements.

Wenn die Leute die im Supermarkt die Regale einräumen, mir immer mal wieder mit dem Hubwagen in die Hacken fahren oder meinen Einkaufswagen anrempeln, geh ich da vielleicht irgendwann nicht mehr einkaufen.

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…denn ihnen ist das Himmelreich.

Friday, July 09th, 2010 | Author: Christian

Dass es Menschen gibt, die der Umwelt ihren verkorksten Lärmgeschmack mittels gigantischer, im Auto installierter Soundanalgen mitteilen, ist ja bekannt. (Alle mal totschlagen, aber das ist ein anderes Thema.)

Doch immer wenn ich denke ich habe bereits alles gesehen/gehört, kommt eine weitere Knalltüte um die Ecke und übertrifft mühelos alles.

Diese Klientel zeichnet sich tendenziell dadurch aus, dass der Lärm den sie abspielt aus eher basslastigen Kompositionen besteht. Gerne und vor allem elektronisch hergestellt. Utzutzutz, bummbummbumm. Sowas in der Richtung.

Die Frau, die vor einer kleinen Weile morgens um acht mit geöffneten Fenstern in einem Nissan Micra auf den Parkplatz von Feinkost Albrecht schoss und jeden im Umkreis von fünfhundert Metern mit drittklassiger deutscher (eigentlich impliziert sich das schon gegenseitig) Schlagermusik eindeckte, sei mal die Ausnahme die die Regel bestätigt.

Jedenfalls war ich bisher immer davon ausgegangen, dass die Quelle der Wahl CDs (wahlweise inzwischen auch mp3-Player) sind. Da so eine unterbrechungsfreie Beschallung gewährleistet werden kann.

Jüngst desinfizierte ich mein Fahrzeug von außen mittels Wasser und einigem Druck in einer dazu errichteten Anlage.
Schon von weitem hörte ich ihn. Er befuhr dann die Waschbox neben mir. Mit einem (zumindest optisch) schrottreifen uralten Seat Toledo (vermutlich vom Beginn des Produktionszyklus’ anno 1991).
Alle Fenster offen. Fetzig-wummernde Musik entquoll dem Fahrzeug.
Dann war der Titel zuende. Und da es kurz vor halb war, kam Werbung.
Die ganze Straße erfuhr nun mit fünfhundert Dezibel, dass der Edeka-Markt in Schlagmichtot supertolles Grillfleisch im Angebot hatte, und einiges mehr.

Der Fahrer des Vehikels war soeben dabei, seine Waschmünzen aus dem Automat zu entnehmen und wurde schlagartig tomatenrot. Egal wie cool er seiner Ansicht nach bis hierhin war – das war jetzt eher unproduktiv.
Wenig später verstummte das Radio.

Unnötig zu erwähnen, dass er später zunächst die Waschmünze einwarf (womit die Zeit lief) und erst danach alle vier Fenster (manuell) hochkurbelte.

Ach… ;(

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debil

Friday, June 11th, 2010 | Author: Christian

Knalltüten-Kennzeichnung in drei Stufen:
Fähnchen
Vuvuzela
Außenspiegel…überzieher :upara:

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Easy Rider

Tuesday, June 08th, 2010 | Author: Christian

Ich stehe mit meinem Fahrzeug an einer roten Ampel.
Neben mir auf einer rot bemalten Fahrradspur kommen zwei Mofas angetuckert.
Auf dem ersten eine deutlich überreife Wasserstoffblondine. Die Haut gegerbt vom übermäßigen Besuch von Münz-Mallorca. Auf dem Kopf ein Fahrradhelm. Vor ihr, auf dem schmalen Tritt der den Motor abdeckt, sitzt (wie auch immer) eine Fußhupe vom Typ Paris-Hilton. Die Leine des Tieres ist leidlich stramm um den Lenker des Gefährtes gewickelt.

Direkt dahinter der augenscheinlich dazugehörende männliche Gegenpart. Ebenso angejahrt, ebenso gegerbt, ballonseidener (man hätte die Brüder Montgolfier damals direkt totschlagen müssen) Trainingsanzug.
Auf dem Kopf ein mächtiger weißer (und bösartig ausgeblichener) Integralhelm. Der ging mal um die ganze Birne rum. Früher. Easy Rider hat ihn allerdings mit grobem Werkzeug seiner kompletten Wangen-/Kinnpartie entledigt. An den Seiten warten erkennbar messerscharfe Plastikkanten auf einschneidende Erlebnisse mit Hals und Schultern.

Bevor ich das Gesehene fassen und ein Foto machen kann, wird die Ampel grün.

Man glaubt es nicht.

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0152 24208738

Friday, May 28th, 2010 | Author: Christian

Nach Herr Stefan fragen.
Auch, und vor allem, nachts.

(y)

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Mobile home

Thursday, April 29th, 2010 | Author: Christian

Mobile home

‘Wohnwagen’ neu interpretiert.

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Benzin ist zu billig

Friday, March 05th, 2010 | Author: Christian

Zu keinem anderen Ergebnis muss man kommen, betrachtet man das Gebaren der überwiegenden Mehrheit der Verkehrsteilnehmer auf deutschen Straßen.
Daß sich die Fahrer von Firmenwagen jeglicher Art einen feuchten Kehrricht um ihren Verbrauch kümmern, ist nicht verwunderlich und möglicherweise sogar verständlich. Menschen sind eben auch nur Menschen. Und das Geld anderer auszugeben, ist einfach.
Um so verwunderlicher, wenn es deutlich erkennbar private Fahrzeuge sind. Die höchstwahrscheinlich aus der eigenen Tasche versogt werden müssen. Da wird auf den hundert Metern bis zur roten Ampel mit Vollgas beschleunigt, dass es eine Art hat. Um dort dann mit Nachdruck zu bremsen.
Halsbrecherisch und mit röhrendem Motor wird kurz vor dem Ortseingang (vor dem ich dann langsam schon den Fuß vom Gas nehme) überholt um dann nach zweihundert Metern in die heimische Einfahrt einzubiegen.
Abends am Stammtisch geht’s dann hoch her, über die Benzinpreise. Darüber, dass der Verbrauch des eigenen Gefährts künstlich hochgehalten wird, denkt niemand nach.

Das mit dem Nachdenken steht aber allgemein nicht besonder hoch im Kurs, in diesen Tagen. Warum sollte es hier eine Ausnahme geben.

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Desperados

Wednesday, March 03rd, 2010 | Author: Christian

Man hat hierzulande einen schweren Stand, hält man sich an die geltenden Verkehrsregeln. ;(

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StVO § 1 Abs. 1, “Vorsicht und gegenseitige Rücksicht”

Monday, March 01st, 2010 | Author: Christian

Xynthia hat auch im nördlichen Odenwald diverse Bäume geknickt. So viele, dass die Feuerwehr nicht alle Straßen gleichzeitig freimachen konnte. Verständlich.
So blieb auch die Straße zwischen Ernsthofen und Hoxhohl (sic!) unpassierbar und ward abgesperrt.
Eine Straße, die ich nach dem morgendlichen Abliefern der Gattin an ihrer Grundschule regelmäßig befahre. Heute nicht. Kein Problem, direkt vor der Ansperrung ging’s links zu einer Zusammenrottung von Häusern rein. Noch asphaltiert. Da würden sicherlich irgendwelche wilden Feld- und Waldwege weiterführen. Wenn man sich nur weit genug von der durch das Navigationsgerät befohlenen Strecke entfernt, hört jenes auf, eine Umkehr zur eigentlich geplanten Strecke zu fordern und sucht einen anderen Weg.
Tat es dann nach einer kleinen Weile auch hier.
Ein Weg der dann über sieben Berge, vorbei an sieben Zwergen und über einspurige Straßen führte.
Anfangs noch asphaltiert, später nur noch nass und schlammig. So sieht das Auto jetzt auch aus.
Jedenfalls kam ich da so an eine Stelle an der rechts von mir ein kleiner Graben in Tateinheit mit einem Gebüsch neben der Straße dahintrottete. Links sah es grundsätzlich nicht anders aus, allerdings zweigte dort grad ein Weg ab, so daß sich die Fahrbahn temporär verbreiterte. Links, wohlgemerkt. Nicht auf meiner Seite.
Und von vorne kam eine Dame in einem Golf. Ich hielt an, auf daß sie Platz hätte, weit genug in besagte Nische auf ihrer Seite zu fahren und mich passieren zu lassen. Theoretisch ganz einfach und völlig logisch.
Sie fuhr dann so weit nach rechts, dass sich unsere Autos halbversetzt gegenüber standen, und glotze mich an.
Ich deutete mit einer freundlichen Handbewegung an, was sie zu tun hätte.
Sie schüttelte den Kopf.
Hinter mir lagen hunderte Meter unbedingt einspuriger Straße. Es gab keine Alternative.
Ich fragte mich kurz, ob meine Analyse der Situation einen Fehler aufwies, doch die Sache war klar. Ich hatte keine Möglichkeit auszuweichen, sie schon.
Ich lehnte mich zurück. Das Gesicht meiner Kontrahentin nahm einen grimmigen Zug an. Es sagte sowas wie “WENN ICH DICH MAL OHNE AUTO ERWISCHE, FAHR ICH DICH TOT DU ARSCH!”.
Rückwärtsgang. Sie hätte 2, vielleicht 3 Meter zurückstoßen müssen, fuhr aber mindestens das fünffache zurück um sich dann in Schrittgeschwindigkeit in die Nische zu tasten. Und zwar keinen Millimeter zu weit. Ich kam soeben knapp vorbei.

Was geht in solchen Leuten vor? Oder: Ob?

In der Folge begegneten mir dann weitere Fahrzeuge (Mit Fahrern und Fahrerinnen – es geht hier nicht darum, dass ‘Frauen nicht fahren können’ ;( ) die diese ‘Umleitung’ in der Gegenrichtung befuhren. Je nach Situation habe ich Platz gemacht oder mir wurde Platz gemacht. Alles wunderbar.

Mit den großen Problemen wird man fertig. Es sind die vielen kleinen Dinge, die zermürben. ;(

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