Mildtätig

Thursday, March 11th, 2010 | Author: Christian

Ich haste durch den Darmstädter Bahnhof. Die Gründe hierfür sind sekundär.
Vor einem Brötchen/Kaffeeladen sitzen zwei Jugendliche auf dem Boden und unterhalten sich. Beide sehen nicht aus, als würden sie dort betteln. iPod-Kopfhörer in je einem Ohr, saubere Klamotten etc. – offenkundig ist es irgendwie cool da zu sitzen oder was weiß ich.
Sie haben einen Pappbecher vor sich stehen. Kurz überlege ich ob die da am Ende dann doch betteln.
Ich erledige, weswegen ich im Bahnhof bin und komme auf dem Rückweg zum Parkhaus wieder an diesen Leuten vorbei.
Im Näherkommen erkenne ich, dass im Becher Kaffee ist. Für einen Augenblick lang denke ich daran, eine handvoll rote Centmünzen mit Schwung in den Becher zu werfen, mich an der folgenden großflächigen Einnässung der beiden zu ergötzen und irre lachend wegzulaufen.

Ich lasse es dann doch.
Jeder soll nach seiner Façon selig werden.

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Murmeltiertag

Friday, March 05th, 2010 | Author: Christian

Aldi, Kasse.
Vor mir hat eine Frau ein paar Bananen und zwei Packungen tiefgefrorene Hähnchenschenkel (oder ähnlichen Quatsch) auf dem Band. Diese beiden Packungen liegen aufeinander. Also eine auf der anderen. Sie kommen, wie gesagt, aus dem ewigen Eis, allerhand Feuchtigkeit die sich bis dato in der Luft vergnügt hat, sammelt sich an der kalten Pappe. Die wird dadurch ein wenig rutschig.
Das Band läuft ruckartig an, die obere der beiden Packungen kriegt das nicht auf die Reihe und rutscht nach hinten auf den Warentrenner, der dicht dran liegt.
Die Frau legt die Packung wieder auf die andere.
Kurz darauf läuft das Band erneut an, die obere Packung rutscht wieder runter.
Die Frau legt die Packung wieder auf die andere.
Kurz darauf läuft das Band…

Vier Mal.
Sie hat das vier Mal gemacht.
Das Schauspiel wurde beendet, weil die Kassiererin das Zeug an sich nahm und scannte.

Nach dem zweiten Mal hätte ich die Sachen neben- oder hintereinander gelegt. Spätestens.
Aber wer bin ich schon…

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Benzin ist zu billig

Friday, March 05th, 2010 | Author: Christian

Zu keinem anderen Ergebnis muss man kommen, betrachtet man das Gebaren der überwiegenden Mehrheit der Verkehrsteilnehmer auf deutschen Straßen.
Daß sich die Fahrer von Firmenwagen jeglicher Art einen feuchten Kehrricht um ihren Verbrauch kümmern, ist nicht verwunderlich und möglicherweise sogar verständlich. Menschen sind eben auch nur Menschen. Und das Geld anderer auszugeben, ist einfach.
Um so verwunderlicher, wenn es deutlich erkennbar private Fahrzeuge sind. Die höchstwahrscheinlich aus der eigenen Tasche versogt werden müssen. Da wird auf den hundert Metern bis zur roten Ampel mit Vollgas beschleunigt, dass es eine Art hat. Um dort dann mit Nachdruck zu bremsen.
Halsbrecherisch und mit röhrendem Motor wird kurz vor dem Ortseingang (vor dem ich dann langsam schon den Fuß vom Gas nehme) überholt um dann nach zweihundert Metern in die heimische Einfahrt einzubiegen.
Abends am Stammtisch geht’s dann hoch her, über die Benzinpreise. Darüber, dass der Verbrauch des eigenen Gefährts künstlich hochgehalten wird, denkt niemand nach.

Das mit dem Nachdenken steht aber allgemein nicht besonder hoch im Kurs, in diesen Tagen. Warum sollte es hier eine Ausnahme geben.

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Preisvorteil

Friday, February 05th, 2010 | Author: Christian

Nutzen Sie den Preisvorteil!

Steht auf einem Werbebanner, das eine Aral Tankstelle auf ihrem Gelände aufgespannt hat. In unmittelbarer Nähe zur Preisanzeige. In deren unmittelbarer Nähe, nämlich direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite, befindet sich die Preisanzeige einer bft-Tankstelle. Dort ist jede Treibstoffart immer mindestens einen Cent billiger.
Ist dieser Spruch jetzt eine Aufforderung zu bft zu fahren?

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Avatar – Aufbruch nach Pandora, 3D

Tuesday, January 19th, 2010 | Author: Christian

Dass der klebrige Teppich im Foyer des Cinemaxx endlich gegen einen abwischbaren Steinfußboden ausgewechselt wurde, war schon mal ein positives Zeichen. Teppich ist zwar schön und so, aber nichts für Orte, an denen mit großen Mengen Cola in Bechern hantiert wird. Der herkömmliche Mensch ist mitunter motorisch eher unbegabt, und da landet schon mal was von dem Zuckerwasser auf dem Boden. Und krallt sich in dessen Fasern.

Dann: Mein erster 3D-Film. Halleluja.
Diese ganze 3D-Sache nimmt momentan ordentlich an Fahrt auf, da kann man sich sowas auch schon mal antun.
Vom Film an sich habe ich schon vorher nicht so richtig viel erwartet. Die Handlung sollte recht vorhersehbar und nicht unbedingt neu sein.
Blieb der 3D-Effekt. In der 3D-Vorschau für ‘Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen’ kullerten Hamburger auf den Zuschauer zu, das war ganz lustig weil ungewohnt.
Es ging dann los und war tatsächlich halbwegs dreidimensional. Je nach Szene bemerkte man davon mal mehr, mal weniger. Was ich vor allem bemerkte, war ab und zu eine ziemliche Unschärfe am linken Bildrand. Wir saßen ziemlich weit links, keine Ahnung ob das damit etwas zu tun hatte.
Um zuerst die positiven Dinge zu nennen: Das alles sieht gut aus. Sehr sogar. Aber das sollte man vielleicht auch erwarten können, wenn an einem Film so lange rumgefummelt wird, wie an diesem.
Mit Rechenleistung wurde nicht gegeizt, und das sieht man Pandora auch an. Exotische Tiere und Pflanzen, eine Menge Gegend und nicht zuletzt das eingeborene Volk, die Na’vi sind fotorealistisch zu bestaunen.
Das alles, oder zumindest eine Menge davon, soll im Film zerstört werden. Womit man auch schon bei der nicht ganz so innovativen Handlung ist. Unter dem Baum, den ein Na’vi-Stamm bewohnt, gibt es ein großes Rohstoffvorkommen. Das will der Konzern RDA (Resources Development Administration) ausbeuten. Dazu muss oberirdisch alles weg. Auch die Na’vi. Die da in Harmonie mit der Natur leben, blabla.
RDA schreckt auch vor Gewalt, in Form des eigenen militärischen Sicherheitsdienstes, nicht zurück.
Nachdem der Zuschauer also weiß, wer die Guten und wer die Bösen sind, nimmt die Geschichte des Soldaten der in seiner Welt gelähmt ist, sich aber mittels eines gezüchteten Na’vi-Körpers wieder bewegen kann, ihren Lauf.
Dazu transferiert man das Bewusstsein oder was auch immer in diesen Körper. Ja.
Alsbald verschiebt sich dessen Loyalität, was auch mit der Laison mit der eh…Häuptlingstochter zu tun hat.
Hier darf man sich nun aussuchen, wo James Cameron das her hat, neu ist es nicht. Pocahontas und John Smith, Old Shatterhand und Winnetous Schwester, ein bisschen auch Romeo und Julia.
Es geht natürlich gut aus, die Welt der Na’vi wird selbstverständlich (das sind schließlich die Guten…) nach einer fulminanten und bildgewaltigen Schlacht gerettet. Wer hätte das gedacht.

Erstmals verwischen die Grenzen zwischen realen Schauspielern/echter Kulisse und computergenerierter Gegend mit darin rumhoppelnden Wesen deutlich. Für mein Empfinden gab es vorher noch keinen Film, der das so eindrucksvoll geschafft hat.

Das entschädigt für die schwache Handlung und die mitunter sehr klischeehaft überzeichneten Charaktere. Zumindest ein bisschen.

Für die technische Demonstration der aktuellen Möglichkeiten neun, für den Rest fünf von zehn (= sieben von zehn) Unobtainiumvorkommen.

PS.
Beim Erwerb der Karten musste man gleichzeitig eine 3D-Brille erwerben. 1 EUR. Und das wird man wohl bei jedem neuen 3D-Film wieder tun müssen. Sagte man.
Es wird also mit dem Ticket obligatorisch eine neue Brille verkauft. Ich habe meine noch. Sie ist kaum benutzt, in einem tadellosem Zustand und ich werde sie beim nächsten Mal mitnehmen und wieder benutzen. Und ich habe dann keine Lust, obligatorisch eine weitere Brille zu erwerben die ich a) nicht brauche und die b) für Hersteller/Kinobetreiber vermutlich einen Reingewinn von 90 Cent bedeutet.

Verfluchte Wegwerfgesellschaft!

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0,01

Thursday, January 14th, 2010 | Author: Christian

Was kosten ein Fensterumschlag, ein Blatt Papier und ein bisschen Toner/Druckerschwärze?
Das Porto betrug schon mal 0,55 EUR… ;(

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Zahllos

Tuesday, December 15th, 2009 | Author: Christian

Durch gewisse Umstände bekomme ich vom Händler einen Satz Winterreifen kostenlos.
Nach zwischenzeitlicher Lieferung der richtigen Reifen auf den falschen Felgen und folgender Abwesenheit unsererseits sollen die Reifen jetzt endlich montiert werden.
Bei dieser Gelegenheit wird noch ein Teil der Verkleidung des Innenraumes ausgewechselt. Ich bekomme für einen Tag einen Leihwagen.
Ich stehe also da bei der Fahrzeugannahme, die junge Frau auf der anderen Seite sucht den vorbereiteten Auftrag aus einem Papierstapel heraus und schaut drauf. Ich erwähne, dass Herr A (Verkäufer bei dem wir das Fahrzeug jüngst erwarben) Bescheid wisse. Tut er auch.

Sie: Notiert selbiges auf dem Auftrag und fragt mich. Wie wollen Sie denn zahlen?
Ich: Gar nicht.
Sie: :?:  Wo sind denn die Reifen?
Ich: Die müssten hier bei Ihnen irgendwo sein.
Sie: Denkt vermutlich zu Recht, dass die Reifen eingelagert sind. Und die Kosten für’s montieren?
Ich: Die zahl ich auch nicht.
Sie: O_o
Sie: Greift zum Telefonhörer und ruft Herrn A (der im Autohaus unterwegs ist) an. Hallo, ich hab hier den Herrn Dings, muss der nichts zahlen? Pause. Also muss der nichts zahlen. Pause. Ach, das Auto kriegt er von dir. Okay. Legt auf. Guckt einigermaßen verwirrt.

Herr A kommt um die Ecke, klärt auf.

Immer wieder lustig, zu sehen wenn eingefahrene Prozesse und Dinge die doch eigentlich ganz klar sind, plötzlich anders laufen und Menschen zunächst ratlos zurücklassen.

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London

Thursday, November 12th, 2009 | Author: Christian

Samstag. Abflug: 06:20 Uhr. Ryanair, Frankfurt-Hahn. Der Bezug zu Frankfurt ist ob der Entfernung von mindestens ca. 120 km eine Frechheit. Ähnliches aber allgemein üblich. Schließlich schimpft sich der Zielflughafen auch London-Stansted. Ist aber auch ‘nur’ ca. 60 km von London entfernt. Und verfügt über eine veritable Bahnanbindung. Was man von Frankfurt-Hahn nicht sagen kann.
Egal.
Sicherheitskontrolle. Flüssigkeiten im Plastiktütchen etc. Natürlich die Metallschnalle des Gürtels vergessen und noch mal abgetastet und mit einem Handscanner überprüft worden. Die Gattin hatte zwar ihren Gürtel abgelegt, nicht jedoch ihre Schuhe. Die wiesen in ihrer Eigenschaft als Wanderstiefel allerhand metallene Ösen zur Führung der Schnürsenkel auf und mussten nach Aufforderung abgelegt um dann durchleuchtet zu werden.
Passkontrolle. Die Beamten haben ganz genau hingeschaut. Bei uns nicht so lange, unsere Pässe und entsprechend auch die enthaltenen Fotos sind nagelneu und hatten vor dem Flug nach Kuba quasi ihre Generalprobe. Bei anderen Passagieren gab es längere Wartezeiten und Gespräche.

Dann wurden die Bordkarten von einer Ryanair-Angestellten zwei Mal kontrolliert.
Trotzdem stellten dann kurz vor dem Zutritt zum Rollfeld noch zwei Menschen fest, dass die eigentlich an das Gate nebenan müssten. Weil sie nach Marrakesch wollten. Und nicht nach London. Wie gesagt – zwei Mal wurden die Bordkarten kontrolliert. Vermutlich nur auf bloße Echtheit.
Wie zu erwarten, hatten es außerdem diverse Leute nicht hinbekommen, sich richtig anzustellen. Nämlich nicht in die priority-Schlange weil sie nicht für 3 Euro einen priority-Check-in gebucht hatten. Mir persönlich ist das ja egal und man muss auch nicht einen übersteigerten Ordnungswahn haben – aber wenn andere Leute Geld dafür bezahlen, bevorzugt behandelt zu werden und ich nicht, dann werde ich eben nicht bevorzugt behandelt. Ich hätte das für mich ja auch in Anspruch nehmen können. Und die Tatsache dass eine Menge Menschen ihren Kopf einfach nicht zum nachdenken benutzen, sich einen feuchten Kehricht um ihre Umwelt scheren und deutlich an sie gerichtete Informationen einfach nicht zur Kenntnis nehmen…was soll man da noch sagen.
Marsch übers Rollfeld zum Flugzeug, Schlacht um die Sitzplätze (keine Platzkarten bei Ryanair). Gattin am Fenster, ich in der Mitte, am Gang neben mir eine schwer parfümierte Rumänin. Puh.

Start, Flug, Landung. Unspektakulär. Nach der Landung Fanfaren über Lautsprecher. Und eine Tonbandstimme, dass dies wieder ein überpünktlicher Flug der geilen Fluggesellschaft Ryanair war. In der Tat erfolgte die Landung diverse Minuten vor dem versprochenen Zeitpunkt.
An diese Fanfaren würden wir uns am nächsten Tag noch erinnern. Aber das wussten wir noch nicht.
Bei der Fahrt von der Landebahn zur Park- und Ausstiegsposition kam das Flugzeug an einer Menge anderer Flugzeuge vorbei. Eins nannte mit einer entsprechenden Lackierung seinen Besitzer: Easyjet.
Gattin: “Das ist ein ganz leichtes Flugzeug.”
;(

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